Wärme, Freude und Routine – So gelingt eine harmonische Ernährung im Alltag

Stichtwort zur TCM Ernährung:

-Ausgewogenheit

Was ist mit „ausgewogen“ gemeint? -ausgewogene ZUSAMMENSETZUNG: zu JEDER Mahlzeit Kohlenhydrate(Teigwaren, Reis, andere Getreide oder Kartoffeln), mehr als ein Gemüse (möglichst farbiges, nicht hauptsächlich Salat), ein Proteinhaltiges Nahrungsmittel (Fisch, Fleisch, Eier, Hülsenfrüchte, Milchprodukte), und etwas Fett (gutes öl, Kerne, Nüsse) -ausgewogene ZUBEREITUNG: weder stark gewürzt noch stark gesalzen, nicht scharf angebraten, möglichst wenig Frittiertes. Dafür viel gedämpft, gedünstet, kurz in gutem Öl angebraten, mit leichten Saucen/Dips mariniert, v.a. im Winter auch gebacken oder geröstet. Weder ganz heiss, noch ganz kalt serviert . Insgesamt nicht zu trocken (z.B.Getreide) und nicht zu feucht (ZUM Essen nicht zu viel trinken).

-WARMES ESSEN! Frühstück von 7 bis 8Uhr, Abendessen nicht später als 19Uhr

Die Verdauung ist grundsätzlich ein WARMER Vorgang welcher bei ca. 37 Grad Celsius am Besten abläuft. Wie alle chemischen Vorgänge wird auch die Verdauung langsamer und ineffizienter, wenn sie abgekühlt wird und/oder der Verdauungsbrei zu stark verdünnt wird (z. B. mit kalten Getränken während den Mahlzeiten). Die Verdauung ist auch ein rhythmischer Vorgang, die Verdauungssäfte (Enzyme) werden nicht rund um die Uhr gleichmässig ausgeschüttet, sondern zu bestimmten Zeiten in grösseren Mengen, z.B. am Morgen; sie reagieren auch auf das Angebot von Nahrung und passen ihre Ausschüttung an einen über längere Zeit gegebenen Essrhythmus an, was auch wieder die Effizienz der Verdauung, sprich Aufnahme von Energie steigert.

Eine andere Erklärung liegt in der Organuhr, nach der jedes Organ 2 Stunden am Tag seine energetische Hochzeit aber auch Schwächezeit hat.

Z.B. Magen und Milz, die in der TCM für die Verdauung zuständig sind, haben diese Hochzeit am Morgen von 7 bis 9 Uhr (Magen) und von 9 bis 11 Uhr (Milz).

Darum kann dein Körper Nahrung um diese Zeit auch optimal umwandeln. Verstärkt wird dieser Effekt durch Kochen, dass das Frühstück einfacher verdaubar macht und dein Verdauungsfeuer gut anregt.

Die Schwächezeit des Magens sind Abends von 19 bis 21Uhr, idealerweise isst du deshalb dein warmes Abendessen vor 19 Uhr, damit die Nahrung den energetisch „langsamen“ Magen nicht zu sehr belasten.

Nach wenigen Wochen mit gekochtem Frühstück wirst du merken, dass du besser durch den Tag kommst.

Rezepte für dein Frühstück nach TCM kann ich dir auf Nachfrage zusammenstellen. (Es wird immer individuell zusammengestellt und an an die Syndrome des Patienten angepasst.)

-Iss regelmäßig

Es gibt einer Spruch: „Du bist, was du isst.“

Regelmäßig essen bedeutet für die meisten von uns, 3 bis 5 Mahlzeiten täglich zu uns zu nehmen. Wenn du dir unsicher bist, wie oft du essen solltest, höre auf deinen Hunger. Dieser ist ein Zeichen, dass dein Körper etwas braucht.

Hier kommt eine Frage von vielen meiner Patienten: „Ich habe Morgens keinen Hunger und deshalb esse nichts. Aber soll ich dann essen?“

Hier kommt es oft zu einem Teufelkreis: Mahlzeiten auszulassen oder Hunger zu übergehen schwächt auf Dauer die Funktionen deines Magens und deine Verdauung. Damit bekommt dein Körper auch zu wenig Qi und es entstehen früher oder später Mangelerscheinungen. Durch das geschwächte Qi und Blut-Mangel hat man wiederum keinen Hunger!

Der Körper ist ein Gewohnheitstier und funktioniert am besten mit regelmäßigen Gewohnheiten. Das betrifft auch Schlaf, den Ausgleich von Arbeit und Erholung sowie die Emotionen.

Das Übergehen von Hunger führt außerdem zum Entstehen von Heißhunger auf Fettiges oder Süßes. Damit zeigt dein Körper dir, dass er nicht gut versorgt ist. Regelmäßige Mahlzeiten sind deshalb ein Gegenmittel gegen Heißhunger.

Iss daher mindestens 2 gekochte Mahlzeiten am Tag, gerne auch mehr! Besonders bei schwacher Verdauung wirst du sehr davon profitieren.

– Iss nur, was dir schmeckt

Vielen Menschen erzählen, wie sie mit Widerwillen „gesunde“ Nahrungsmittel essen, die ihnen so überhaupt nicht schmecken. Das ist eine komische Beziehung zum Essen, die da in den letzten Jahrzehnten entstanden ist: „Gesundes Essen kann nicht gut schmecken.“

Das Genießen ist nach TCM wesentlich dafür, dass die Verdauung gut funktioniert. Deshalb ist es kontraproduktiv, etwas zu essen, das dir nicht schmeckt. In der TCM gibt es den schönen Spruch: „Eine gut gepflegte Milz verzeiht kleine Fehler.“ Genau so ist es!

In meiner Praxis versuche ich das Selbstbewusstsein meiner Patienten zu stärken, so dass sie die Zusammenhänge zwischen den Essgewohnheiten und ihren Körper- und emotional-psychischen Reaktionen feststellen können: z.b. ungewöhnlich viel Stress, oder scharfes Essen und Alkohol, was bei einer Patientin zu Hautkrankheiten führte. Was sie erzählt hat, hat mich berührt: „Heute weiß ich, was mir nicht gut tut, und ebenso was ich tun muss, um Juckreiz und die gröteten Stellen wieder loszuwerden. Das ist ein sehr gutes Gefühl!“

 EINZELNE NAHRUNGSMITTEL ZU WELCHEN HÄUFIG FRAGEN AUFTAUCHEN (die Liste wird noch nachgetragen):

Bananen: kühlen und beruhigen die Verdauung. Bei stinkendem Durchfall können sie zusammen mit weissem, weichgekochtem Reis als milde, die Verdauung beruhigende Mahlzeit eingenommen werden. Da sie aber eben kühlend auf die Verdauung wirken, sind sie nicht als tägliche Zwischenmahlzeit geeignet, sie können Blähungen und Blockaden im Darm bewirken.

Salat (roh): ganz oder zum grössten Teil aus Salat bestehende Mahlzeiten sind sehr ungeeignet für die Verdauung, weil sie 1. zu wenig Nährstoffe enthalten im Vergleich zu ihrem Volumen (Magen ist schon voll, bevor genug Energie drin ist), 2. weil sie die Verdauung zu stark „abkühlen“ d.h. zu viel Energie verbraucht wird nur um sie auf eigene Körpertemperatur zu erwärmen, geschweige denn sie auch noch weiterzuverarbeiten. Das führt dazu, dass anderes dann nicht mehr so gut verdaut werden kann. Ein wenig Salat zur Mahlzeit sind natürlich okay.